Mural von El Niño de las Pinturas zeigt bei Nacht ein Motiv eines schlafenden Pärchens aus Tausend und einer Nacht

El Niño de las Pinturas

„El Niño de las Pinturas“, Street Artist aus Granada/Spanien

Seit Jahren verbringen wir immer wieder ein paar Tage in Andalusien und in Granada. Hier trifft man an jeder Ecke auf Raúl Ruiz, der sich “El Niño de las Pinturas” nennt. Die Photos sind (bis auf eines) alle im Sommer 2017 aufgenommen.

Colegio Santo Domingo

Das christliche Colegio Santo Domingo liegt an der Cuesta del Caidero. Die gesamte Länge der Mauer um das Colegio ist mit Murals, Graffitis u.Ä. bemalt. Es kommen immer wieder neue Arbeiten hinzu, und andere verschwinden. Pippi Langstrumpf, auf Spanisch Pippi Calzaslargas, habe ich 2014 photorgaphiert und im vergangenen Jahr festgestellt, dass es übermalt wurde. Mehrere Motive von El Niño de las Pinturas zeigen Musiker.

Gata Gattana

Im März 2017 starb im Alter von 26 Jahren, die Rapperin Gata Gattana (aka Ana Isabel Garcia), die zeitweise auch in Granada gelebt und studiert hat. Um an sie zu erinnern fanden sich einige Künstler zusammen und entwickelten die Idee eine Wand für sie zu gestalten. Es fand sich eine lange Mauer an der Av. Juan Pablo II, die direkt in die Stadt führt. Mit einer Länge von mehr als 200 Metern war ausreichend Platz um über 100 Beiträge u.a. von Dedos, El Niño de las Pinturas, Pesk, Nauni, Sake, Sendra und 3DK PLatz zu bieten.

El Niño de las Pinturas

Der Spiegel online schrieb im Februar 2009 einen Artikel mit der Überschrift: „Graffiti in Granada; Vandalismus in Jogginghose

Ein Straftäter als Kunststar: Ob die Bilder des Graffiti-Künstlers Raúl Ruíz die Straßen von Granada verschönern oder verschandeln, ist Ansichtssache. Der Stadt schuldet er jedenfalls reichlich Bußgeld-obwohl seine Bilder als Touristenattraktion vermarktet werden.“

Raúl Ruíz wurde 1977 geboren und ist seit 2001 als Sprayer in Granada unterwegs. Er nennt sich u.a. „El Niño de las Pinturas“ was übersetzt etwa „Das Kind der Malerei“ bedeutet. Zur Stadt Granada hat er ein gespaltenes Verhältnis. Einerseits wurden Gelder bereitgestellt um einen Katalog seiner Arbeiten incl. ihrer Standorte zu veröffentlichen, andererseits erstattete die Stadt Strafanzeige eben wegen dieser Bilder, die Raúl selten offiziell genehmigt sprüht, und belegte ihn mit Bußgeldern.

Die Bilder von El Niño zeigen häufig Gesichter von Kindern, Motive aus der Märchenwelt oder Geschichte, lokale Persönlichkeiten, Tiere wie Esel und Schafe und sind durch dekorative Elemente wie Zahnräder oder Barcodes, von den Arbeiten anderer Künstler zu unterscheiden. Viele Geschäfte in Granada lassen ihre Rolladen von Raúl gestalten um damit zu werben und weil es ihnen gefällt. In Europa und Lateinamerika hat er mittlerweile weit über 3000 Wände gestaltet und in Granada findet man ihn im gesamten Stadtbild. Ein Zitat aus dem o.g. Spiegelartikel: „Kunst soll gesellschaftliche Barrieren niederreißen“, beschreibt sein Anliegen.

Titel: 37°10’58“ N 3°36’1″ W

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