Les Légendes du Graffiti et du Street Art
Noch bis August 2026 läuft im Pariser Norden die Graffiti und Street Art Ausstellung in „La Grande Halle de la Vilette“ am Rande des Canal de l’Ourcq.
Die Ausstellung hat vorher schon Station in New York, Los Angeles, London und Shanghai gemacht. Sie zeigt die Geschichte von Graffiti und der urbanen Kunst und wurde von Roger Gastman konzipiert. Er zeigt die Anfänge und die Entwicklung bis heute, und läßt dabei die Künstler*innen von damals und von heute aktiv daran teilnehmen. Viele der Artist haben die Ausstellung aktiv mitgestaltet.
Das war das, was mich so begeistert hat. Mich auf den Spuren von Futura 2000, Martha Cooper und Keith Haring zu bewegen, und die Hoffnung in der Stadt Kunst von ihnen zu finden, hat mich regelrecht elektrisiert. Tatsächlich gab es auch dieses aufsehenerregende Mural, das ich in der Rue Amelot aufnahm, das Parallelen zu Gustave Courbets skandalösem weiblichen Akt von 1866 Der Ursprung der Welt „L’Origine du monde“ hat.

Um zur Ausstellung zu kommen, für die wir im Vorhinein Tickets mit Timeslots gebucht hatten, sind wir den Canal hochgeschlendert. Und schon auf dem Weg habe ich eine Menge Sticker von Shepard Fairey und einige neue Invaders entdeckt. Shepard mag sie nicht alle selbst geklebt haben, aber das ist mir egal.
Ich zeige jetzt diverse Fotos, v.a. von Arbeiten, die mich beeindrucken, gut gefallen, oder von Frauen sind, die in dieser Ausstellung leider auch wieder unterrepresentiert sind. Aber das machen die Guerilla Girls wieder wett. Also seht selbst:





Futura 2000, BANDO, JonOne, Victor Ash, Keith Haring und CrashOne
All diese Namen sind bis heute bekannt und wenn ich mir überlege, dass die Jungs als Teenies mit der Sprühdose Züge besprüht haben und von der Polizeit gejagt wurden, dann bin ich begeistert, was daraus geworden ist. 2024 habe ich in Villars-Fontaine Murals von Futura, Mode2 und Boris Tellegen fotografiert. Wirklich cool. Ja und was gäbe ich für die Jacke von Keith Haring!






Martha Cooper
Martha ist mein Idol. Sie hat schon ganz früh mit der Street Art Fotografie begonnen, diverse Bücher herausgegeben und sie kennt sie einfach alle! Mit ihren jetzt 83 Jahren, ist sie immer noch mit der Kamera unterwegs und reist zu den besonderen Orten des Geschehens. In ihrem Buch „Martha Cooper – Hip Hop Files Fotografien 1979-1984“ hat sie dieses Bild veröffentlich. In der Ausstellung sind eine ganze Reihe Fotos von ihr ausgestellt. Ein Schatz!








Boris Tellegen aka Delta, Richard Coleman, Fotos von Estevan Oriol und einige Arbeiten von Invader








Shepard Fairey aka Obey Giant
Wie bereits 2018 im Blog über München erwähnt, begann Shepard 1989 mit seiner Obey-Sticker Kampagne und wurde im Wahlkampf von Barack Obama 2008 durch sein Hope-Plakat weltberühmt. Bis heute befasst er sich mit seinem unverkennbaren Stil mit wichtigen politischen und gesellschaftlichen Themen. Das war schon cool seinen alten Kleister mit dem Besen anzusehen!





Geballte Frauenpower kommt von den Guerilla Girls und natürlich von Pussy Riot
Da die Frauen in dieser Ausstellung (mal wieder) deutlich unterrepräsentiert sind, kommt hier ein bisschen mehr zum Thema Feminismus:
Guerilla Girls
In der Ausstellung findet sich folgender Text, der übersetzt wurde:
„Die Guerrilla Girls sind ein Kollektiv feministischer Aktivist(inn)en, das 1985 in New York City entstanden ist. Sie erregten zuerst Aufmerksamkeit mit Plakaten und Werbetafeln, die Diskriminierung in Kunstinstitutionen aufzeigten und Museen, Galerien und die Medien wegen Geschlechts- und Rassenvoreingenommenheit anprangerten. Im Laufe der Jahre haben sich mehr als 55 Mitglieder der Gruppe angeschlossen und die Anonymität bewahrt, indem sie bei öffentlichen Auftritten Gorillamasken tragen. Ihre verborgenen Identitäten lenken die Aufmerksamkeit eher auf die Probleme als auf die Individuen. Bekannt für kühne Schlagzeilen, scharfen Humor und beeindruckende Statistiken, haben die Guerilla Girls Kunst genutzt, um die Ungleichheit in der visuellen Kultur, dem Film und der Politik zu konfrontieren. Sie fördern den intersektionalen Feminismus und kämpfen für die Gleichstellung aller Geschlechter und Hintergründe. Ihre Arbeit stellt weiterhin die Machtstrukturen der Kunstwelt in Frage, fördert Transparenz, Repräsentation und Rechenschaftspflicht und deckt gleichzeitig die anhaltenden Barrieren auf, mit denen Frauen und Minderheiten in der Kreativwirtschaft konfrontiert sind.“ 1989 veröffentlichten sie ein Plakat in New York auf dem sie fragten „Müssen Frauen nackt sein, um ins Met Museum zu kommen?“



Pussy Riot
Aus einem Wikipediaartikel habe ich folgendes entnommen: „Pussy Riot…. ist ein 2011 gegründetes russisches, feministisches, regierungs- und kirchenkritisches Performance-Kollektiv aus Moskau, das sich unter anderem Mitteln des Punkrock und des Aktivismus bedient…… Die Gruppe ist ein loser Zusammenschluss von etwa zehn jungen Frauen. Ihr Markenzeichen sind spontane Auftritte an öffentlichen Orten wie Metrostationen, auf Busdächern oder auf dem Roten Platz, bei denen sie bunte Sturmhauben und leichte, grelle Kleidung tragen. Ihre Festnahme im März 2012 löste in den russischen und internationalen Medien zahlreiche Debatten über Kunst, Religion und Politik aus.“





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