Wuppertal 2025

Im Jahr 2025 ging es weiter mit dem phantastischen Festival, initiiert von Urbaner Kunstraum Wuppertal, das nun ins dritte Jahr kam. Auch im Rahmen von Wuppertal_Tanzt gibt es neue Murals, die sich direkt mit Pina Bausch befassen. In meinem Kalender häuften sich Termine, an denen ich nach Wuppertal fahren wollte, um dort speziellen Artists beim Malen zuzusehen. Außerdem stand noch eine Ausstellung an, von der ich weiter unten berichten möchte.

Murals von 2025

Guido Palmadessa

Bei meinem Besuch im Juni ´25, kam ich früh genug, um Guido bei seinen Vorbereitungen beobachten zu können. Ich hatte die Gelegenheit mit ihm in einem Mix aus Spanisch, Deutsch und Englisch über sein Vorhaben an der Wand zu sprechen. Ich möchte erinnern, dass es in Wuppertal bereits zwei Murals von Guido Palmadessa gibt, und dass ich seitdem ich sie das erste Mal sah, ein großer Fan seiner Kunst bin. Als ich im Juli zurückkehrte, konnte ich seine neue Arbeit, ein Portrait Pina Bauschs, eingebettet in ihr Schaffen, bewundern. Von Guido Palmadessa erhielt ich übrigens den Tipp mir den großartigen Dokumentarfilm „Pina“ von Wim Wenders anzusehen. Dieser sollte 2009 mit und über Pina Bausch gedreht werden, und als sie plötzlich und unerwartet starb, konnte Wenders den Film nur mit ihrem Ensemble über sie drehen und ihr den Film anschließend widmen. Unbedingt sehenswert!

Artez

Im Juli, kurz vor der Fertigstellung seines Murals „Simple Acrobatics“, ergab sich die Möglichkeit Artez bei der Arbeit zu beobachten.

Alice Pasquini

Was ein Fest Alice Pasquini nah zu sein und ihr beim Malen zusehen zu können. Ich verehre diese Künstlerin seit langem und sie war der eigentliche Grund, im Juli ´25 erneut nach Wuppertal zu fahren. Ihr Portrait der Tänzerin Breanna O’Mara, geht auf ein Foto von Oliver Look zurück, dass dieser beim Tanz des Stückes „Viktor“ gemacht hatte. Ich war sehr erstaunt über die Farbpalette, aber Alice bestätigte mir: „No Blue“. Lag wohl an der Vorlage. Als ich im Oktober ´25 erneut in die Braunschweigstraße 7 kam, um das fertige Mural zu fotografieren, hatte ich das Pech, das ein Camper davor stand. Also muss ich wohl noch mal hin.

Fat Heat

Im Quartier Vohwinkel befinden sich seit Anfang Juli ´25 zwei Murals am selben Gebäudekomplex, des Artists Fat Heat, die auch zu Wuppertal_tanzt gehören. Er war gerade fertig geworden, als wir erschienen, saß im Gras gegenüber und hielt einen Plausch mit Valentina, der Organisaorin des Festivals. Der Titel „Wiesenland“ geht auf die Koproduktion mit dem Goethe-Institut Budapest und des Théâtre de la Ville, Paris, zurück. Dieser Hintergrund und der Umstand, dass Fat Heat, aus Budapest stammt, schlägt eine schöne Brücke.

Ein weiteres Mural von Fat Heat kam Wochen später hinzu. Es handelt sich um eine lange Wand direkt neben einem Spielplatz und einem Senior*innenwohnheim, was im Netz zum Teil als schlecht platziert beurteilt wurde. Es setzt sich in diesem Mural mit dem Umgang und der Abhängigkeit der Menschen vom Handy auseinander. Der Titel: „Cellphone Zombies“ weist darauf hin, und kann zu Gedanken und Diskussionen anregen. Hier kommen ein paar Detailaufnahmen:

Caratoes

Die in Hongkong lebende Künstlerin Caratoes nimmt sich dem Tanzstück „Der Fensterputzer“ an, das in die Reihe Wuppertal_tanzt gehört und sich natürlich auch auf Pina Bausch bezieht. Die ersten Fotos der mutigen Frau entstanden im Juli und das fertige Mural konnte ich im August betrachten.

Anpusan

Ein weiteres Pina-Mural zeigt den Tänzer Pau Aran Gimeno aus dem Tanzstück „Bamboo Blues“, der in Indien lebenden Anpu Varkey, aka Anpusan. „Bamboo Blues“ wurde 2007 in Neu Delhi aufgeführt. Anpusan hatte die Wochen zuvor in Berlin verbracht und dort ebenfalls ein interessantes Mural zum Thema „Trümmerfrauen“ auf dem Teufelsberg geschaffen.

MadC

Claudia Walde, aka MadC, stammt aus Bautzen. In ihrer unverkennbaren Art hat es diese Künstlerin mit ihren Cans und Farbrollen bereits an Wände (und Böden) in vielen Ländern geschafft. Ihre Kunst hängt in verschiedenen Museen, es gibt Bücher über sie und vor drei Jahren sogar eine Briefmarke der Deutschen Post, mit einem ihrer Motive.

Insane51

„In The Light Of The Unseen“ titelt dieses ganz typische Mural von Insane51, aka Stathis Tsavalias, für das ich mir extra 3D-Brillen zugelegt habe, was viel Spielraum ermöglicht. Dank des vom Artist beigefügten QR-Codes ist es mit Hilfe eines Smartphones möglich, das Mural auf besondere Weise zu betrachten. Do it!

Nuno Viegas

„Love Gloves Series I“ ist ein außerordentliches Mural, das Nuno Viegas, der aus Portugal stammt, an die Wand gebracht hat. Er beschreibt seine Arbeit an der Wand als „einsamen und individuellen Prozess“, der ihm ermöglicht sich mental auch auf andere Ebenen zu begeben. In diesem Fall war es das Leiden, der Schrecken und der Hunger in Palästina, im Gazastreifen und im Westjordanland. Für ihn war das Unfassbare so präsent, dass er bittere Tränen vergossen habe. Während er ein Bild über die Liebe malt, scheint die Menschheit zerbrochen. Er habe sehr an seinen Sohn denken müssen, dem er, wie seiner Familie und allen Menschen, Sicherheit, Frieden und Glück wünscht. Und trotzdem versuche er nicht die Hoffnung zu verlieren und halte an der Liebe fest. (Instagram).

Inti

Zu diesem Mural habe ich einen besonderen Bezug. Während der Ausstellung des F.U.C.Kollektivs im FKK in der Luisenstraße in Wuppertal, wurde mir mein Ipad gestohlen. Der letzte Standort liegt genau da, wo Inti, vier Wochen später, dieses wunderschöne Mural malte. Titel, der wiederum auf ein Tanzstück anspielt, ist: „Like the moss on the stone“. Er widmet dieses Bild der Sängerin Violeta Parra und ehrt damit sowohl sie, als auch Pina Bausch, als starke Frauen, die bis heute Menschen bewegt und berührt haben. (Zitat UKW) Es war eine große Freude Inti vorort anzutreffen und im strahlenden Sonnenschein eine Weile seinem Tun beizuwohnen.

Im Anschluss an das erste Mural in Wuppertal, gings mit “Wie das Moos auf dem Stein- Part 2″ in Verresbeck weiter. An der Fassade der Friedhofskapelle vereint Inti hier sein Werk und ihren Tanz mit ihrer letzten Ruhestätte, auf dem Evangelischen Friedhof in der Krummacherstraße. Bei unserem Besuch dort konnte ich beobachten, wie Besuchende versuchten die Handhaltung nachzuahmen. Übrigens setzt Inti hier, wie auch El Mac, der später zu sehen sein wird, als Hilfsmittel zur Übertragung seiner Vorlage auf die Wand, eine nächtliche Projektion ein, ähnlich wie manche es aus der Schule mit den Overheadprojektoren kennen.

Nils RVA Westergard

Nachdem Nils Westergard im Herbst 2023 bereits das besondere Mural mit dem Falken in Wuppertal gemalt hatte, kehrte er 2025 zurück, und widmete sich im Rahmen der Pina-Murals, ihrer Arbeit und ihrem Portrait. Pina hat die Welt des Tanzes und der Kunst auf den Kopf gestellt-dem zollt er hier ausdrucksstark Anerkennung.

Zoer

Zoer, oder Zoerism oder Fred Battle, widmet sich hier u.a. einem seiner favorisierten Malobjekten, dem Auto. Das Mural titelt „L’oeil du cyclone – ou“ „Das Auge des Sturms“.

Slim Safont

Folgende Beschreibung fand ich in Slims Internetauftritt bei Instagram, das mir das Mural näher gebracht hat: „„Drei Haltestellen vom Zentrum in Wuppertal“ ist ein multidisziplinäres Projekt, das ein Wandgemälde und einen Dokumentarfilm vereint und sich auf eine Gruppe Jugendlicher im Wuppertaler Stadtteil Wichlinghausen konzentriert.

Das auf einem Filmbild basierende Wandgemälde dient als Portal zum Dokumentarfilm. Zuschauer können ihn über ihre Mobiltelefone aufrufen und die Geschichte der Protagonisten entdecken. So werden öffentlicher Raum und digitales Storytelling miteinander verknüpft.

Der in Zusammenarbeit mit Nami Gradolí Giner entstandene Dokumentarfilm begleitet Angelina, Ian und Dustin durch die Straßen Wuppertals. Er beobachtet ihren Alltag und bietet eine intime Auseinandersetzung mit ihrer Lebensrealität und ihrem Umfeld.“

Bache

Bache ist ein mexikanischer Künstler, dessen Kunst ich im Jahr 2025 erstmalig begegnete. Er widmet sich in seinen Gemälden häufig Darstellungen von Menschen, Tieren und der Natur.

El Mac

„Only you“ von El Mac, aka Miles MacGregor, einem Streetartist aus den USA, mit seinem Beitrag zu Wuppertal_tanzt. Er bezieht sich auf ein Tanzstück, das während eines Gastspieles 1995 in den Staaten entstanden ist und einen deutlichen Bezug zur dortigen Kultur hat. Wie großartig, dass es UKW gelungen ist, die Tanzstücke und Cooperationen von Pina Bausch mit Streetartists aus den entsprechenden Ländern zu verknüpfen.

Studio Giftig

Ein vielerseits sehr beliebtes Mural ist das von Studio Giftig in der Lenneper Str. 28. Die beiden Artists Niels van Swaemen und Kaspar van Leek aus den Niederlanden widmen sich hier dem Thema Zusammenhalt, Sicherheit und Vertrauen zwischen den Generationen. Der Titel ist „Soul flora“.

Akut

Ein weiteres wunderschönes Portrait von Pina Bausch schuf Akut, aka Falk Lehmann, in seiner typischen Akut-Manier. Die Vorlage lieferte ein Foto, das auf dem Cover der englischsprachigen Biography von Marion Meyer über die Tänzerin, das im Jahr 2017 erschien, zu sehen ist.

Deih

Es folgen zwei Fotos von den beiden neuen nebeneinanderliegenden Murals von Deih, einem interessanten Artist aus Südspanien. Beide Aufnahmen sind nicht sehr gut gelungen und ich hoffe auf eine Gelegenheit ohne davorparkende Fahrzeuge, bei meinem nächsten Wuppertalbesuch.

Work in Progress

Es fehlen drei Murals die ins Jahr 2025 zählen. Peeta Ead war im Oktober ´25 gerade dabei und noch nicht fertig, mit der Gestaltung dreier Seiten des Eckhauses am Steinweg 21. Und Guido van Helten hatte gerade erst begonnen. Die Geschichten dazu folgen später. Vom letzten Mural, gemalt von Case Maclaim, das Anfang 2026 fertig gestellt wurde, habe ich noch gar keine Bild. Ich muss bald wieder hin, ins spannende Wuppertal.

FKK

Das Freie Kunst Kollektiv Wuppertal nutzte im Jahr 2025 Räumlichkeiten in der Luisenstraße. Das F.U.C.Kollektiv (Females united Creative Kollektiv) hatte Mitte Juli 2025 die Möglichkeit in diesen Räumlichkeiten auszustellen. Im Umfeld des Gebäudes tauchten zu der Zeit ein paar Paste-ups der ausstellenden Künstlerinnen auf.

Erika Wengenroth, Kalaabaar und NmArthalie

Titel: Insane51 (Detail) 51°15’51.8″ N 7°10’42.27″ E

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Google Maps. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert