Nachtrag zu den Murals aus dem Jahr 2024, initiert vom Urbanen Kunstraum Wuppertal bzw. von Wuppertal_tanzt. Hiermit sind die Murals aus den Jahren 2023 und 2024 (Teil 1 und Teil 2) jetzt komplett im Blog.
JDL
Judith de Leeuw´s Mural „In your hands“ ist hier nochmal in voller Größe, von einem anderen Standpunkt aus, fotografiert. Das Mural befindet sich auf der Nützenberger Str. 33, ist aber von der Friedrich-Ebert-Str. 128b, aus in diesem Blickwinkel zu sehen.

Mr. Woodland
Daniel Westermeier, aka Mr. Woodland, ein Artist aus München, im Quartier Vohwinkel, mit seinem Mural „Last Lullaby“. Der Titel und das Motiv mag auf ihren letzten Tanz, das letzte inszenierte Stück von Pina Bausch, aus dem Jahr 2009, zurück gehen. Es trug den Titel: „… como el musguito en la piedra, ay si, si, si …“, übersetzt „… wie das Moos auf dem Stein …“. Sie starb im Alter von fast 69 Jahren.

Iota
Die Außenfassade eines Parkhauses im Quartiert Grifflenberg, hat Iota, aka Élise Morlet, mit ihrem Mural „Behind Our Walls“, verschönert.

Sainer
Sainer, aka Przemyslaw Blejzyk, Mitglied der legendären Etam-Crew, bespielt in der Wuppertaler Nordstadt eine Hauswand mit einem Mural, das „Kolorganizem“ titelt. Aus dem Slowenischen übersetzt, bedeutet Kolorganizem soviel wie: Farborganismus. Auf Grund der Höhe und der dichten Bebauung ist das Mural nicht ganz leicht zu fotografieren.

Nevercrew
Das schweizer Duo Nevercrew ist in seiner unvergleichlichen Art wieder mit großen Tieren an Bord. Diesmal sind es keine Wale, sondern ein Elefant. Spannend finde ich, dass Teile des Murals ein Stencil sind. Das Mural wurde gesprayt, gerollt, gepinselt-ein gelungenes Werk.
Tuffi
Womöglich spielt das Mural auf ein „Spektakel“ an, dass sich im Juli 1950 in Wuppertal ereignete. Eine junge, zehn Zentner schwere Elefantendame, deren Wanderzirkus ein Gastspiel in Wuppertal hatte, wurde zu Werbezwecken medienwirksam in die Schwebebahn geführt. Solche Aktionen hatte es vormals schon in anderen Städten u.a. in Straßenbahnen gegeben. Die Fahrt hat soviel Aufsehen erregt, dass der Wagon, mit Schaulustigen und Journalisten derart überfüllt war, dass es keinen Bewegungsspielraum gab. Während der Fahrt, nach zwei Minuten, erschrak Tuffi durch ein Geräusch, wollte sich zur Geräuschquelle wenden, was durch die Enge nicht ging, und bestieg dabei eine Sitzbank, die unter ihrer Last zerbrach. So erschreckt, floh Tuffi mit Anlauf durch die türlose linke Seite des Wagens. Im Wagen soll es ein wildes Gedränge und Geschubse gegeben haben. Tuffi fiel aus der fahrenden Schwebebahn fünf (bis zehn, die Angaben differieren) Meter hinunter in die Wupper. Die Wupper war an dieser Stelle keine 50 Zentimeter tief und etwas schlammig. Diesem Umstand sei es zu verdanken gewesen, dass Tuffi sich nur minimal mit leichten Schürfwunden am Hinterteil verletzt haben soll. Das soll bei einigen anderen Passagieren anders gewesen sein. Die Verantwortlichen der Wuppertaler Stadtwerke und der Zirkus Althoff wurden damals wegen diverser Vergehen diesbezüglich zu 300, bzw. 150 DM Strafe verurteilt. Trotz der massiven Medienpräsenz gibt es keine Fotos von Tuffis „Wuppersprung“. Tuffis Zirkus wurde 1968 aufgelöst und sie verbrachte den Rest ihres Lebens im Cirque Alexis Gruss und verstarb 1989 im dortigen Winterquatier in Paris. (Quelle Wikipedia – zum Thema Zoo, Zirkus u.Ä. möchte ich mich hier nicht äußern).

PichiAvo
Im Oktober 2024 wurde das Mural „Aphrodite and the Judgement of Paris“ von PichiAvo in der Friedrich-Ebert-Str. 340, vollendet. Das Spannende an den Murals des Duos aus Valencia ist, die Kombination aus Graffiti und der Darstellung klassischer Skulpturen in einer einzigartigen Mixtur. „Old School“ ist für mich daran die Darstellung weiblicher Nacktheit, was bei PichiAvo, ehrlich gesagt, auch geschlechterübergreifend vorkommt. Die Kritik daran kann vielleicht zu Diskussionen anregen und ich vertrete damit lediglich meine persönliche Meinung.

Tamara Alves
Um das Mural „Balloon Woman“, dass auf das Tanzstück „Mascura Fogo“ von Pina Bausch, zurück geht, rankt sich eine interessante Geschichte. Ich kenne die Geschichte so: Um die Erlaubnis der Tänzerin Julie Shanahan, zu erbitten, die auf dem Mural bei ihrem berühmten Auftritt in Portugal dargestellt werden sollte, wurde sie im vorhinein angeschrieben. Aus irgendeinem Grund erreichte sie die Nachricht nicht und so malte Tamara Alves, um die Persönlichkeitsrechte der Tänzerin zu wahren, das Gesicht einer jüngeren Frau in das Bild. (Foto). Als Tamara das Mural beendet hatte und schon wieder abgereist war, meldete sich Julie und gab das Okay für die Darstellung ihres Gesichtes. Tamara kehrt darauf hin zurück und ersetzte das Gesicht einer jüngeren Frau durch das der berühmten Tänzerin.


Case Maclaim
Der Vollständigkeit halber möchte ich hier das fertige Mural von „Café Müller“ von Case Maclaim nicht in perfekter Perspektive, aber so gut wie möglich, zeigen. Das Foto habe ich im Oktober ´25 gemacht.

Der nächste Blogbeitrag, mit einem großen Teil der Murals aus dem Jahr 2025 ist schon in Arbeit und folgt in Kürze.
Titel: PichiAvo (Detail) 51°14’56.8716″ N 7°6’37.4004″ E
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