Paris 2020

Wir haben das Jahr mit einem Paris-Aufenthalt begonnen. Trotz Streik hat die Fahrt mit dem Thalys ab Köln gut geklappt und an Neujahr, zur Mittagszeit, waren wir da. Einen schönen Empfang bereitete uns die Collagearbeit von FKDL, die noch feucht war- ganz frisch geklebt!

Bonne Année 2020
FKDL 48°52’7.053″ N 2°20’52.07″ E

Blek Le Rat

Mein erstes Stencil von Blek le Rat. Ich konnte es kaum glauben, fand aber auf Instagram folgenden Kommentar nebst einem Foto von sich und diesem Portrait hier: „Pablo Picasso in Paris. I hadn’t painted anything in my city since 1991 when I was arrested by under cover cops.“ Es ist also echt, welche Freude!

Rauchender
Blek le Rat 48°49’50.404″ N 2°21’41.28″ E

Urban Art in der Cité de Refuge

Durch Zufall trafen wir KTY. Catherine ist eine französische Künstlerin, die uns Einblicke in die Ausstellung in der Cité de Refuge gewährte und wir eine spontane kleine Führung bekamen. Die Cité de Refuge ist in einem sehr beeindruckenden Le Corbusier-Gebäude, das 1933 eröffnet wurde, im 13. Arrondissement, untergebracht.

In der Cité de Refuge trafen 21 verschiedene Künstlerinnen aufeinander und gestalteten die Wände des Gebäudes innen und außen. An manchen Kunstwerken haben auch die BewohnerInnen des Hauses mitgewirkt. Die Ausstellung lief bis zum 16. Januar 2020. Hier ist eine Liste der Künstlerinnen: Al Tatou, Anne-Laure Maison, De La Roque Diane, Gemma Ferron, Génia Akoulovaia, Gil KD, Hecat Oner, Hydrane Lo, Kristine Kristx Emeriat, KTY Catherine Poulain, Kwim Twe , Lady K, Lapin Mutant, Lika Kato, Manon Moncorge, Marlène Ehrhard, Miaoutoo, Miss Fuck, Estelle Stoul, Tay Aguilar Esteban, Zabou und Garidell14. Gil KD durften wir ein wenig bei der Arbeit zusehen. Die Qualität der Fotos in den Innenräumen ist leider nicht optimal, vermitteln aber trotzdem einen guten Eindruck, wie ich finde.

Auf dem Weg durch das 13. Arr.

Da aus Streik-Gründen kaum eine Metro fuhr, haben wir manche Weg zu Fuß bewältigt. So stießen wir auf das Mural von Gonzalo Borondo, einem meiner Lieblingskünstler, von dem ich in Spanien schon Einiges fotografiert habe. Diese Arbeit entstand 2014 und heißt „Les tres ages“.

Le lavo//matik

Unsere Liebings-Urban Art-Galerie, die Lavo//matik hatte leider geschlossen, sodass wir nicht darin stöbern und nur im Außenbereich fotografieren konnten.

Unweit der Lavo//matik gibt es eine neue Arbeit von BordaloII. Die andere, an der Metro Bibliothek Mitterand, ist leider dem Bauboom zum Opfer gefallen.

kleine Eule aus Müll
Bordalo II 48°49’31.987″ N 2°22’48.111″ E

Feminismus

Soziale Themen wie Feminismus, die Frage der Sexuellen Selbstbestimmung und die kursierende Homophobie, Veganismus, der Umgang mit Geflüchteten, Ressourcen und viele politische Themen werden seit einiger Zeit viel beschrieben und es findet eine interessante Auseinandersetzung statt. Das war auch in Paris auf der Straße deutlich spürbar. Es gibt zur Zeit nicht nur sehr viele Plakatierungen die auf Femizide hinweisen, sondern auch eine große Anzahl sozial-politisch inspirierter Street Art. Zum Thema Feminismus haben ich hier ein paar Fotos anzuführen.

Smile

Dieser Künstler schafft eine große Anzahl von spannenden Portraits bekannter und weniger bekannter Persönlichkeiten und scheint einen Faible für Hunde und Katzen zu haben. Einige seiner Bilder scheinen von Van Gogh inspiriert zu sein.

Guaté Mao

Guaté Mao porträtiert häufig Kinder und ältere Menschen mit charaktervollen Gesichtern. Seine Pochoirs, Stencils oder auf Deutsch, Schablonenarbeiten, sind stets außergewöhnlich, ansprechend und eindringlich.

Eddie Colla

Ein phantastischer Künstler, der wunderbare Paste-ups fabriziert. Ich bin auch ein großer Fan seiner Fotos, die er auf seinen interessanten Reisen macht.

Boulevard Vincent Auriol

Am Boulevard Vincent Auriol, im 13. Arr, gibt es sehr viele große Murals, die z.T. in Zusammenarbeit mit der Galerie Itinerrance entstanden sind. Der Winter hat den Vorteil, dass die Laubbäume keine Blätter tragen, und so manches Kunstwerk besser zu sehen ist, andererseits ist das Wetter nicht immer das Beste zum Fotografieren, wie hier zu sehen ist.

Festival Ourcq Living Colors und der Canal Saint-Martin

Im 19. Arr. sind wir bereits bei unseren letzten Paris-Aufenthalten in Bezug auf Street Art begeistert fündig geworden. Hier hat auch im letzten Jahr wieder das Festival Ourcq-Living-Colors statt gefunden und es gab einige neue Arbeiten zu entdecken. Leider ist diese Aufstellung nicht ganz vollständig. Auf dem Kanal liegt ein Restaurant-Schiff, die Grande Fantaisie. Das ist die Adresse: Face au 3 quai de L’Oise (406,70 km)
75019 Paris. Von Außen ist es großartig bemalt. Die Backbordseite mit den Arbeiten von Marko93 habe ich bereits in dem Blog Beitrag vom Sommer 2018 gezeigt. Hier folgt jetzt die Steuerbordseite.

LadyBug

LadyBug ist für mich eine Neuentdeckung. Das Mural mit der größeren Anzahl an Personen ist in Zusammenarbeit mit Alice Ttimhcs entstanden.

Butte aux Cailles

In diesem schönen Viertel finden sich viele Arbeiten von Miss Tic, aber auch Künstler und Künstlerinnen wie Zabou und Jef Aérosol. Paste-ups und Stencil gibts in großer Menge-eine wahre Fundgrube.

2. und 3. Arr.

Ender

Le Mur

Der obligatorische Besuch in der Rue Oberkampf. Diesmal gab es ein Mural von War! Nach Fertigstellung trug das Bild die Aufschrift „Tout pour nous et rien pour les autres.“ Warum der Text jetzt fehlt, ist uns nicht klar.

Geier
War! 48°51’56.683″ N 2°22’39.563″ E

Centre Pompidou

Da gibt es ein paar neue Murals. Invader hat sein größtes Mosaik an die Wand gebracht, und Shepard Fairey sagt: „The Future is unwritten“.

The „Wall of Love“ und Belleville

Die No-Hate-Family, Amsterdam_Stickers bzw. das #levveunlevvelosse Projekt hat in der Villa Faucheur eine Wand voll mit Stickern geschaffen. Sieht toll aus und ist sehr beeindruckend.

Im Montparnasse-Viertel

Direkt um die Ecke unserer Unterkunft freuten wir uns über diese Arbeiten.

Titel: LadyBug 48°49’36.859″ N 2°20’58.362″ E

zur Karte: Die grünen Pins zeigen die Bilder von 2017, die hellblauen und pinken die von 2018 und die neuen Bilder von 2020 haben dunkelgrüne Pins. Rot steht für Galerien.

4 thoughts on “Paris 2020

  1. Maid in Cologne schreibt:

    Wow, was für eine Ausbeute! Für Streetart lohnt sich Paris immer. Bei meinem letzten Aufenthalt dort bin ich auch mit einem Batzen Bilder nach Hause gekommen… meine Begleiterinnen waren ein wenig genervt… LG ?

  2. Hallo Heike,
    was für eine Inspiration, Klasse. Habe gleich Lust bekommen wieder nach Paris zu fahren, nur um Graffiti und Street Art zu fotografieren.
    Wir haben ein Wochenende im März gefunden, Zug und Hotel gebucht, alle Locations hier aus dem Beitrag rausgeschrieben…… ich freue mich. In einigen Gegenden war ich auch schon, aber einige Orte sind mir neu. Als großer Fan von C215 werde ich mich auch um seine Sachen nochmal kümmern, in Vitry waren wir vor 2 Jahren. Mal sehen ob das klappt.
    Falls du noch irgendwelche Tipps hast, her damit.
    Und eine Frage oder Bitte an dich. Die von dir eingebundene Karte kann ich leider auf keinem Wege in meiner MyMaps App auf dem Smartphone öffnen, das wäre eine super vereinfachung um wenigstens einige Werke zu finden.
    Gerne können wir auch nochmal per Mail kommunizieren.
    Liebe Grüße
    Jörg

  3. Monika Sladky-Ecker schreibt:

    Liebe Heike, wirklich eine sehr umfangreiche und interessante Sammlung! Sehr toll, vielen Dank!
    Ich finde, ihr seid ein gutes Team um zusammen Kunst zu sammeln.
    Liebe Grüße Mo

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